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Konstituierung des Geschlechterverhältnisses (Bilden, Hannoveraner Ansatz, Thürmer-Rohr, Hochschild)
pp. 247-264
Résumé
Das Geschlechterverhältnis, also die Beziehung zwischen Frauen und Männern, wurde in diesem Band und in Band 1 (siehe Lektion IV) mehrfach thematisiert: als Diskriminierung und patriarchale Unterdrückung von Frauen durch Männer, als Ausgrenzung und ‚Hausfrauisierung "von Frauen im kapitalistischen System (Lektion IV) bzw. als Konstruktion von Frauen als minderwertigen, von der (als) männlich gesetzten Norm abweichenden Wesen (Lektion VII). Während innerhalb des Bielefelder Ansatzes das Geschlechterverhältnis per se als asymmetrisch und dichotom verstanden wird, bezweifeln die an die Ethnomethodologie angelehnten Ansätze, ob es so etwas wie eine dichotome Geschlechtlichkeit (Frauen vs. Männer ohne Zwischenformen) überhaupt gibt. Sie stellen den Geschlechterdualismus und die Geschlechterstereotype als soziale Konstrukte heraus. Im ersten Fall wird historisch, weltgesellschaftlich und ökonomisch argumentiert: das, was wir an Frauen-Männer-Beziehungen vorfinden, sei uns oktroyiert; das allumfassende Patriarchat stellte sich im Kapitalismus als besonders schlimm dar. Im zweiten Fall wird symbolisch- interaktionistisch argumentiert: Das, was wir an Frauen-Männer-Beziehungen vorfinden, hätten wir selbst gemacht und konstruierten wir selbst tagtäglich neu.
Détails de la publication
Publié dans:
Treibel Annette (1997) Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart. Dordrecht, Springer.
Pages: 247-264
DOI: 10.1007/978-3-322-85544-2_12
Citation complète:
Treibel Annette, 1997, Konstituierung des Geschlechterverhältnisses (Bilden, Hannoveraner Ansatz, Thürmer-Rohr, Hochschild). In A. Treibel Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart (247-264). Dordrecht, Springer.